
St.
Johanniskirche, Schweinfurt
Federzeichnung: Jürgen Höfling
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Der
Bußtag findet jeweils am Mittwoch vor dem Toten- und
Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr statt.
Seit 1934 war der erstmals 1532 im mittelalterlichen Straßburg
offiziell erwähnte Gedenktag in Deutschland ein einheitlicher
gesetzlicher Feiertag. Als solcher wurde er jedoch 1995 der
Pflegeversicherung geopfert. |
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Er ist der
evangelischste unter den Gedenktagen im Kirchenjahr. Das ganze Leben
der Christen soll Buße sein, erklärte Martin Luther (1483 - 1546)
in der ersten seiner 95 Thesen über den Ablass von 1517. Dabei
verstehen moderne Theologen Buße vor allem als Zeichen der
Wandlung: Das Überdenken eingefahrener Verhaltensweisen biete die
Chance, das Verhältnis zu Gott und den Mitmenschen wieder in
Ordnung zu bringen.
Der Buß- und Bettag im eigentlichen Sinne
hat also mit "büßen", womöglich in der Form "für
etwas büßen" wenig zu tun. Buße tun meint vielmehr: sich
abkehren von einem Alltag, in dem nur Leistung zählt und sich
hinwenden zu Gott. Umkehren, heimkehren - das ist Buße tun. Sich
nicht auf sich selbst verlassen, sondern Gott neu entdecken. Gott
finden im Gebet, in der Stille, im Nachdenken - und damit wieder zu
sich selbst finden. Eine neue Richtung im Leben und im Alltag
erfahren. Buße tun, heißt nicht büßen, sondern sich Schuld
vergeben lassen und Schuld vergeben. Buße führt zu Klarsicht
und Weitblick.
Der Bußtag hat nach Ansicht von evangelischen
Bischöfen durch die Diskussion um den protestantischen Feiertag
eine Aufwertung erfahren. Viele Gemeinden haben den
Gottesdienst auf den Abend verlegt, um auch Arbeitnehmern die
Teilnahme zu ermöglichen.
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